Überstundenvergütung

 

Immer häufiger bauen qualifizierte Arbeitnehmer Überstunden auf. Wer seine Arbeit ernst nimmt, will seine Aufgaben vor dem Wochenende erledigt haben und sie nicht bis Montag angesammelten Überstunden vergütet werden oder nicht.

Immer häufiger gibt es in Arbeitsgerichten Fälle, bei denen es darum geht, dass Arbeitnehmer nachträglich die Abgeltung geleisteter Überstunden verlangen. Doch wie wird hier entschieden?

Während des Arbeitsverhältnisses ist die Frage nach der Vergütung der Überstunden meist kein allzu großes Thema. Es gewinnt in der Regel erst dann an Bedeutung, wenn das Arbeitsverhätnis beendet ist. Auch wenn es grundsätzlich keine Pflicht gibt, Überstunden zu leisten, tun es viele trotzdem, weil sie sich dazu verpflichtet fühlen und sich dem nicht entziehen können.

Wenn der Arbeitnehmer nun kündigt oder gekündigt wird, verlangt er die Abgeltung seiner Überstunden. Eine gesetzliche Regelung, die festlegt, dass Überstunden grundsätzlich zu vergüten sind, gibt es nicht. Dieser Anspruch kann sich nur aus dem Arbeitsvertrag ergeben oder alternativ aus einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung.

Die meisten Arbeitsverträge sehen keine Vergütung der Überstunden vor. Meist ist es sogar so, dass es eine Klausel gibt, die besagt, dass Mehrarbeit mit der Bruttomonatsvergütung abgegolten ist. Solche Klauseln machen das Einfordern der Mehrarbeitsvergütung scheinbar aussichtslos. Jedoch hat das Bundesarbeitsgerichtschon mehrfach entschieden, dass solche Klauseln unwirksam sind. Dies hat zur Folge, dass der Arbeitnehmer, wenn er seine Überstunden einklagt, so behandelt wird, als existiere gar keine Regelung zur Überstundenvergütung.

Nun kommt es auf die Umstände an. Die Mehrarbeit muss dann abgegolten werden, wenn sie den umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist. Dies hängt dann von der Tätigkeit des Arbeitnehmers, seiner Stellung im Unternehmen und der Höhe des Gehalts ab. Je höher das Gehalt, desto unwahrscheinlicher ist die zusätzliche Vergütung. Bei einem deutlich geringerem Gehalt und einer weniger gehobenen Stellung im Unternehmen kann eine Vergütungserwartung hingegen akzeptiert werden.

Damit eine Klage Aussicht auf Erfolg hat, muss der Arbeitnehmer beweisen, dass der Arbeitgeber von den Überstunden wusste und sie duldete. Daher empfiehlt es sich auch, seine Überstunden detailliert und schriftlich festzuhalten, also wann und wie viele Überstunden geleistet wurden und was in dieser Zeit getan wurde.

 




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