Souverän in der Gehaltsverhandlung

 

Viele Faktoren haben Einfluss darauf, ob wir mit unserem Job zufrieden sind und für welches Jobangebot wir uns letztendlich entscheiden. Das Gehalt ist und bleibt hierbei ein ganz wesentlicher Faktor. Wie sehen die Beschäftigten das Thema Gehaltsverhandlung? Lohnt es sich, aktiv eine Gehaltserhöhung zu fordern? Wie gut und oft verhandeln Führungskräfte ihr Gehalt?

1. Lohnt sich die Gehaltsverhandlung?

Definitiv. Wer jeden Tag sein Bestes gibt und somit Spitzenleistungen abruft, der leistet nicht nur viel, sondern wird auch immer besser. Und das kann und sollte sich auch auf dem Gehaltszettel widerspiegeln. Erfreulich hierbei ist, dass mehr als jede zweite Fach- und Führungskraft im aktuellen Job bereits eine Gehaltserhöhung erhalten hat.

2. Zu wenig Gehalt?

Besonders spannend in diesem Zusammenhang ist, dass fast jeder zweite überzeugt ist, zu wenig zu verdienen. Der durchschnittliche Verdienst von Fach- und Führungskräfte richtet sich nach Berufsfeld, Region, Branche und Berufserfahrung. Beschäftigte machen in erster Linie die Branche, in welcher sie tätig sind sowie die Tatsache, dass sie sich nicht trauen, ihr Gehalt nach zu verhandeln, dafür verantwortlich, dass sie aus ihrer Sicht zu wenig Gehalt bekommen. Gerade nur einmal 15 Prozent sind davon überzeugt, dass sie überdurchschnittlich verdienen. Es lohnt sich also, sich mit dem Thema Gehaltsverhandlung zu beschäftigen.

3. Wer mehr Gehalt will, sollte danach fragen!

Auf die Frage, wie es zu der Gehaltserhöhung kam, gibt es eine gute Antwort für alle diejenigen, die denken, dass sie mehr verdienen sollten. Die meistgenannte Antwort lautete, dass die Gehaltserhöhung zuvor aktiv eingefordert wurde. Ebenso erfreulich ist, dass es nicht nötig ist, lange hierauf zu warten. Drei von vier der Glücklichen bekamen diese bereits innerhalb der ersten zwei Jahre im Job. Das zeigt: Mut lohnt sich.

Keine Frage, es kostet Überwindung, den Chef nach mehr Gehalt zu fragen und sich auf Verhandlungen vorzubereiten. Jeder Zweite fühlt sich unwohl dabei, eine Verbesserung seiner Bezüge zu verlangen. Deshalb verzichtet die deutliche Mehrheit der Beschäftigten auch darauf, regelmäßig Verhandlungen anzustoßen. Die Hauptgründe hierfür: Es wird nicht gern über Geld geredet und man sorgt sich um die Beziehung zum eigenen Vorgesetzten. Nachvollziehbare Gründe, die am Ende aber unnötigerweise bares Geld kosten.

Denn Führungskräfte sind selbstbewusst. Die überragende Mehrheit von 95 Prozent beurteilt die eigene Leistungsfähigkeit als stark oder sehr stark. Fast zwei Drittel wollen deshalb auch mehr verdienen.

4. Wo kann ich mehr verdienen?

Führungskräfte kennen noch einen weiteren Weg, ihr Gehalt aufzubessern. Sie wechseln ihren Arbeitgeber. Nur die wenigsten Angestellten schließen einen Jobwechsel kategorisch aus. Die Mehrheit ist prinzipiell offen für Veränderung, selbst wenn sie mit ihrem Job zufrieden sind. Fast 80 Prozent der Befragten gibt an, bei einem Jobwechsel auch eine Gehaltsaufbesserung zu erwarten. Ein Wechsel muss sich demzufolge lohnen.

5. Unterschiede im Gehalt nach Branche und Arbeitsort

Besonders lukrativ kann es sein, die Branche zu wechseln. Denn zwischen den einzelnen Branchen gibt es teils beträchtliche Unterschiede. Wer besonders gut verdienen will, für den lohnt sich also ein Blick auf die Schlüsselbranchen der Wirtschaft.

Wie viel Gehalt Führungskräfte erwarten können, richtet sich übrigens auch nach dem Arbeitsort. So verdient man in Metropolregionen und Großstädten im deutlich mehr. Als auf dem Land. Vielleicht also ein guter Grund für einen Umzug? Nicht unbedingt, da auch Lebenshaltungskosten und Mieten stark variieren.

6. Spitzenverdiener sein: Wie kann ich am meisten verdienen?

Auch auf die Frage, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um zu den absoluten Spitzenverdienern zu zählen, ist seit Jahren gleich. Ein Studienabschluss ist eine ganz zentrale Voraussetzung. Über 70 Prozent derjenigen, die zu den Besserverdienenden gehören, haben zuvor ein Studium absolviert. Das heißt aber ebenso, dass fast 30 Prozent der Top-Verdiener hierzu kein Studium brauchten.

Nimmt man ausschließlich die Gruppe der Top-Verdiener in den Blick, zeigt sich, wo die absoluten Top-Gehälter gezahlt werden. Ganz vorne liegen die Finanzdienstleister. Es folgen Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung. Branchen also, die sich mit dem Thema Geld beschäftigen.

Keine Überraschungen gibt es bei der Frage, welcher Job am Ende das meiste Geld bringt. Geschäftsführer verdienen besonders gut, ebenso wie Vertriebsleiter, Direktoren und Bereichsleiter. Hoher Verdienst geht logischerweise mit hoher Verantwortung für Personal und Unternehmen einher.

7. Auf in die Gehaltsverhandlung: Aber wie angehen?

Beschäftigte können einiges dafür tun, um ihr Gehalt aufzubessern. Ergebnisse zeigen, dass es sich lohnt, die Gehaltsverhandlung proaktiv anzugehen, bevor etwa ein Jobwechsel im Raum stehen muss. Allerdings fragen nur vier von zehn Arbeitnehmern ihren Arbeitgeber regelmäßig nach einer Gehaltserhöhung.

Dabei ist die aktive Gehaltsverhandlung der Hauptgrund für eine Gehaltserhöhung, noch vor einer standardmäßigen Erhöhung oder der Anerkennung guter Leistungen. Wer gute Leistungen bringt, sollte deshalb selbst das Gehaltsgespräch suchen. Die meisten, die in die Verhandlungen gehen, argumentieren dort auch mit ihren Leistungen.

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