Heikle Fragen im Bewerbungsgespräch meistern

 

Für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch ist eine gute Vorbereitung sehr wichtig, allerdings gibt es Fragen, auf die man sich gar nicht vorbereiten kann. Diese werden von Personalern immer häufiger gestellt, da sie so mehr über die Persönlichkeit des Bewerbers erfahren und sehen, wie dieser auf unerwartete Fragen reagiert. Nachfolgend werden einige dieser unerwarteten Fragen genannt.

Um eine Frage gut zu beantworten, ist es wichtig, die Absicht der Frage zu erkennen. Deshalb sollten Sie zuerst lernen, zwischen verschiedenen Arten von Fragen zu unterscheiden:

Klassiker:

„Erzählen Sie doch etwas über sich.“ „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ „Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten?“ Solche oder ähnliche Fragen kommen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in jedem Vorstellungsgespräch vor.

Grundsatzfragen:

„Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie und warum?“ „Wie würde der Titel Ihrer Biografie lauten?“ Bei solchen Fragen geht es um Ihr Selbstverständnis, wichtig ist auch die Begründung für Ihre Antwort. Diese Fragen geben Ihnen die Möglichkeit, Ihre Persönlichkeit und Interessen genauer zu beschreiben.

Loyalitätsfragen:

„Wie gut verstehen Sie sich mit Ihrem derzeitigen Vorgesetzten?“ „Wie steht es wirtschaftlich um Ihren aktuellen Arbeitgeber?“ Hier sollten Sie darauf achten, nichts Negatives zu nennen, denn Ihr Gegenüber möchte Ihre Loyalität prüfen. Daher sollten Sie den Grund für Ihren Jobwechsel immer positiv formulieren und nie die Schuld Ihrem bisherigen Arbeitgeber geben.

Technikfragen:

„Wie viele Golfbälle passen in ein Flugzeug des Typs A380?“ „Warum sind Gullydeckel rund?“ Diese Fragen zielen auf Ihre analytischen Fähigkeiten ab. Hier kommt es nicht auf eine korrekte Lösung an, sondern darauf, wie Sie vorgehen und ob Sie ein logisches Verständnis haben. Nehmen Sie sich daher einen Moment Zeit und erklären Sie dann Ihren Lösungsweg.

Kreative Fragen:

„Wie viele verschiedene Verwendungsmöglichkeiten fallen Ihnen für einen Bleistift ein?“ „Wie würden Sie einem Blinden die Farbe Rot beschreiben?“ Bei diesen Fragen geht es um Kreativität. Nehmen Sie sich die Zeit zum Nachdenken, bevor Sie spontan antworten.

Kulturspezifische Fragen:

„Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?“ „ Welches ist Ihr Lieblingslied aus den 90er-Jahren?“ Durch diese Fragen können Sie mehr über sich als Mensch preisgeben. Die Antworten zeigen, welche Interessen Sie neben der Arbeit haben, ob Sie ein eher introvertierter oder extrovertierter Mensch sind und wie es um Ihren Sinn für Humor steht.

Wertbasierte Fragen:

„Würden Sie Ihre Arbeit lieber fristgerecht aber nicht perfekt oder zu spät aber dafür fehlerlos abgeben?“ „Würden Sie über eine rote Ampel fahren, um nicht zu spät zu kommen?“ Hier geht es um Ihren Emotionalen Quotienten, zu dem unter anderem Empathie und die Fähigkeit zur Selbstreflexion gehören.

Überraschende Fragen:

„Welcher Wert hat Geld für Sie?“ Bei solchen Fragen sollten Sie am besten den Mittelweg wählen. Geld ist nicht das Wichtigste im Leben, aber ein guter Motivator, denn gute Arbeit soll schließlich auch honoriert werden. Eine andere Frage könnte lauten: „Wann haben Sie zuletzt eine Regel gebrochen?“ Nennen Sie nicht einen bedeutungslosen Regelbruch, überlegen Sie vielmehr, wann Sie sich bewusst und begründet dafür entschieden haben, eine Regel zu brechen.

Provokante Fragen:

„Warum haben Sie so lange studiert?“ „Warum waren Sie nie im Ausland?“ „Bewerben Sie sich nur bei uns, weil Sie keine andere Stelle finden?“ Hier sollten Sie sich nicht unter Druck setzen lassen. Auf keinen Fall sollten Sie solche Fragen persönlich nehmen und dementsprechend reagieren. Bleiben Sie souverän und überlegen Sie sich bestenfalls bereits vor dem Gespräch mögliche Schwachstellen in Ihrem Lebenslauf und wie Sie mit diesen umgehen.

Auch wenn einige Fragen in Vorstellungsgesprächen ähnlich sind, ist es nicht möglich, sich auf jede einzelne Frage vorzubereiten. Letztendlich zählt nicht nur, was Sie antworten, entscheidend ist auch, wie Sie es tun.

Also nehmen Sie sich Zeit, bleiben Sie cool und denken kurz über die gestellte Frage nach, bevor Sie antworten. Versuchen Sie, den Faden nicht zu verlieren und immer präzise zu antworten, anstatt vom Thema abzukommen und Ihr Gegenüber zu langweilen. Wichtig ist es auch, authentisch zu bleiben. Verstellen Sie sich nicht, um den Job zu bekommen, sondern bleiben Sie sich selbst treu.




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